kein freudiger. So hoch man den Churprinzen ſchätzte und durch die Erfahrung von dem Regententalente ſeiner Gemahlin belehrt war, ſo wenig zugänglich blieben den⸗ noch die Herzen der Freude neben dem zerſtörten häus⸗ lichen Heerde, dem eingebüßten Eigenthum.
Der öſterreichiſche Gouverneur, Graf Guasco, ließ die Kanonen auf den Wällen abfeuern, ſo wie das Fürſtenpaar dem Weichbilde der Stadt nahe kam, und eilte darauf, gefolgt von dem Magiſtrate, den Churprin⸗ zen und ſeine Gemahlin an den Thoren der Stadt will⸗ kommen zu heißen; das Militär ſtand in den Straßen als Hecke aufgeſtellt, zeigte fliegende Banner und führte rauſchende Muſik mit ſich; Miniſter und Beamte erſchie⸗ nen in ihren Uniformen, und verdeckten hinter dieſen die Lumpen der Armuth und die durch Hungersnoth ge⸗ bleichten Geſichter.
Unter dieſem Scheine eines Gepränges und eines ZJubels, den der Moment zu ſeinem Dienſte herauf⸗ beſchworen, fuhr das fürſtliche Paar durch die Straßen Dresdens, grüßte und nickte und ſpendete freundliche Worte, bis ſie endlich ihr Palais erreichten.
Hier, mit ſich allein, fing der Schein zu weichen an und die Wahrheit gewann ihr Recht. Wie ein Krieger auf dem Felde ſeine Glieder zurückläßt und in ſeinen Wunden ſeine Ehrenmale davon trägt, ſo hatten


