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zu geben? Wer benutzte jemals eine Kirche zu einem Feſtungswerke!— Ohne dieſe Tollheit hätte der Feind nimmermehr ſein Augenmerk darauf gerichtet.“
„Man hat auch die Frauenkirche beſchoſſen!“ ſagte Maria Antonia vorwurfsvoll.
„Aber ohne Erfolg— ihr Mauerwerk iſt zu feſt,“ verſetzte ihr Gemahl tröſtend.
„Die Hauptſache bleibt jetzt das Schickſal der un⸗ glücklichen Bewohner,“ unterbrach ihn Maria Antonia. „Ich kann den Bericht ihres Elends nicht zu Ende leſen. Er überſteigt ja alles je Erhörte. Unter rauchenden Trüm⸗ mern begraben, zieht man ganze Familien hervor, andere wandern obdachlos umher, lagern an Mauern und Wa⸗ gen, ein Raub des Hungers. Weinende, Schreiende, Betende und Darbende begegnen einander im gemein⸗ ſamen Elend. Auf dem Rücken ſchleppen ſie ihr bischen Habſeligkeiten fort; aber wohin?— Die Preußen hören nicht auf zu ſchießen, bis die Stadt der Erde gleich iſt, und die Oeſterreicher kennen keine Rückſicht. Die ſtolze Kaiſerin⸗Königin freut ſich am Ende noch gar, eine Ver⸗ wandte ihres Hauſes gedemüthigt zu ſehen.— Was wird König Auguſt ſagen? Wie wird er trauern über ſein liebes, ſchönes Dresden, das er geliebt, geſchmückt, als wäre es ſeine Braut.“
„Doch ein wenig zu eigennützig geliebt, Maria,“


