Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

178

verſetzte der Churprinz ernſt.Er hat nicht viel Rückſicht auf die Bewohner genommen, das kann man nicht läug⸗ nen, er hat das Volk hart gedrückt, und dafür ſtraft ihn das Schickſal jetzt. Wenn meine Stunde ſchlägt, ſo wird das anders werden. Wir müſſen das einzubringen ſuchen, was er verſchuldet.

Womit? fragte ſie ſeufzend.Wir leiden ja ſelbſt Mangel, womit ſoll man da helfen?

Unſer Mangelleiden, meine Theure, iſt wahrlich ein ſehr luxuriöſes, ſagte der Prinz ernſt.Wir ruhen auf weichem Pfuhle und ſitzen an einer wohl beſetzten Tafel, während Jene das Fleiſch gefallener Pferde ſpeiſen.

Maria Antonia ſchauderte.

Dafür ſind wir auch Fürſten, ſagte ſie nach ei⸗ ner Pauſe, wie ſich ſelbſt beruhigend.

Und bleiben nicht minder Menſchen, beſtimmt Leid und Freude mit Andern zu theilen. Ich präge das unſerm Friedrich täglich ein und weiſe ihn darauf hin, wie nothwendig es ſei, in einem Staate ſparſam Haus⸗ halt zu führen, damit er einſt wieder gut mache, was ſein Großvater verthan.

Ich fürchte nur, Du wirſt ihn zu haushälteriſch machen für einen König, ſagte ſie bedenklich.

Thut nichts! Nach des Königs von Preußen