Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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König Auguſt lag in Warſchau an der Gicht krank, kaum im Stande ſich bisweilen durch eine Sau⸗ oder Bärenjagd zu vergnügen, wie ihr Graf Brühl meldete, und in der unleidlichſten Stimmung. Ach! Auch ihre Briefe waren jetzt nicht mehr geeignet ihn aufzuheitern, auch ſie kannte nur Klagen! Alle Nachrichten aus Sachſen waren entmuthigend, ihre Waldungen wurden umgehauen, ihre Pächter mußten das Pachtgeld im Vor⸗ aus bezahlen, alle Mittel wurden erſchöpft, um die Kaſſe des Königs von Preußen zu füllen und die ihrige leer zu erhalten. Friedrich's Lieblingswort war, daß, wer den letzten Thaler in der Taſche behalte, auf deſſen Seite bleibe auch ſchließlich das Recht.

Der Churfürſt von Baiern bemühte ſich auf jede Weiſe ſeiner Schweſter den Aufenthalt in München an⸗ genehm zu machen und ſie ihrer Sorgen vergeſſen zu laſſen. Als der Frühling kam, bezog man das Vuſtſchloß Nymphenburg, wo ſie ſo gerne weilte. Entfernt vom Schauplatze der Leiden, ſchwächten ſich die Eindrücke, und es gab Momente, wo ſie, der Gegenwart vergeſſend, ihre muntere Laune früherer Jahre wieder gewann und den Enthuſiasmus für die ſchönen Künſte in aller Stärke in ſich rege fühlte.

So kam der Sommer heran, die Roſen blühten, die Nachtigallen ſangen, und milde Lüfte fächelten ihre

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