rauchenden Trümmern begraben ſah. Wer konnte ihr ſa⸗ gen, ob nicht zu eben der Stunde, wo ſie hier lachte und ſcherzte, dort Vernichtung und Tod um ſich griff! Und Sachſen war doch nun ihr Vaterland, der Boden, wo ihre Kinder das Leben erblickt, dahin gehörte auch ſie.
Im Januar trat ſie, begleitet von ihren vier älte⸗ ſten Kindern, die Reiſe nach München an. Die beiden jüngſten Prinzen blieben unter der Aufſicht der Frau von Zahmen in Prag zurück, weil ihr zartes Alter der Win⸗ terkälte noch nicht zu trotzen vermochte.
Seit ihrem Einzug als Prinzeſſin hatte ſie Baiern nicht wieder geſehen. Faſt neugierig blickte ſie jetzt um ſich, gleichſam als habe ſie das Land nie zuvor erblickt, und wundere ſich, was in ihrer Erinnerung ſo reich und ſchön bewahrt lag, ſo traurig und kalt wieder zu finden.
Graf Wackerbart war ihr vorausgeeilt, um Alles zu ihrem Empfange vorzubereiten; ſie fand ihre Einrich⸗ tung daher behaglich getroffen, und konnte ſich nun ohne Weiteres den Eindrücken hingeben, welche aus den Ta⸗ gen der Kindheit und Jugend, dem Alter ſo reicher Hoff⸗ nungen, ihr hier entgegen traten. Arm und flüchtig war ſie in ihre Heimath zurückgekehrt. Arm!— für Maria Antonia das fürchterlichſte aller Leiden!— Die Tochter Kaiſer Karl's VII. eine wandernde Dulderin!—


