ſagte er mit liebevollem Blicke;„heute gebühren Deinen Talenten, Deinem Geiſte andere Ehren.“
Endlich lag die Grenze Böhmens vor ihnen, der Rubikon mußte überſchritten werden, und mit einem ſeufzenden Rückblick auf ihr Sachſen befahlen ſie das „Weiter!“ und fuhren muthig ihrem Aſyle zu.
Das Prag von Einſt war auch das Prag von Jetzt nicht mehr. Spuren der Zerſtörung allüberall!— Ku⸗ geln und Bomben hatten an den Mauern gewüthet, und bevor die Palme des Friedens wehte, wagte keine Hand das Werk der Herſtellung zu beginnen. Geld, Luſt und Muth fehlte den Leuten, ſo lange die Sicherheit ihres Eigenthums ihnen noch nicht verbürgt war.
Traurig war darum der Einzug des fürſtlichen Paares durch die öden Straßen, wo nur ſorgenvolle Mienen ihnen auſßſtießen.
Der Palaſt Czernin war ebenfalls bei der Bela⸗ gerung nicht verſchont geblieben und trug noch heute die Spuren davon. Maria Antonia fand die Einrichtung wenig behaglich und die Räumlichkeit unzureichend für ihre große Familie. Die jungen Prinzen wurden daher ſogleich in dem nahgelegenen Lobkowitz'ſchen Palais unter⸗ gebracht. Auch mit ihrer Beköſtigung und der ſonſtigen Fürſorge für ihren Unterhalt äußerte ſie ſich unzufrieden und rügte bitter eine ſo karg zugemeſſene Gaſtfreundſchaft.


