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die Laſten eines Krieges tragen ſoll, wenn er Soldaten bei ſich beherbergen, wenn er mit ihnen das mühſam er⸗ worbene Brod theilen, ja wenn er oft ſogar zu darben gezwungen iſt, nur um es reichen zu können. Unter ſolchen Verhältniſſen bleibt Freund und Feind daſſelbe, und nur ein Wechſel der Uniform, nicht ein Wechſel der Krieges⸗ laſten trat für Dresden ein.
Am 16. September wurden freilich in allen Kirchen Dankgebete gehalten und ein Tedeum geſungen, doch wirklich frohe Herzen ſchlugen dabei nicht. Die Stim⸗ mung blieb gedrückt, die Sorge lauerte noch vor der Thüre.
Maria Antonia hatte dennoch Urſache mit dieſem Abzuge der Preußen zufrieden zu ſein; denn ihre Stel⸗ lung zu den Verbündeten war eine angenehmere, ſie durfte von ihnen erwarten, ſich in ihren Rechten anerkannt zu ſehen; ſie und der Churprinz waren daher wirklich froh, und mit ihnen war es der Hof.
Der Feldmarſchall der Reichsarmee, der Prinz von Zweibrücken, lud ſie ſogleich in ſein Hauptquartier nach Nöthnitz*) zu einem Feſte ein, das er für ſie veranſtal⸗ tet. Mit höchſter Freude kleidete ſie ſich dazu an. Wie lange hatte ſie keine große Toilette vorgenommen, wie
5) Landſiz des Kammerherrn von Könneritz.


