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Der Gouverneur, ſeinem perſönlichen Muthe fol⸗ gend, hätte ſich nimmermehr ergeben; aber ſeine Soldaten murrten, und er hatte die Kriegskaſſe zu retten, welche leider hier verwahrt gehalten wurde. Dieſe Verantwort⸗ lichkeit ſchreckte ihn, dieſe fünf Millionen, der Sold für Friedrich's Armee, durften nicht in des Feindes Hände fallen; er mußte ſie retten, ſei es ſelbſt durch Verzichtlei⸗ ſten auf die Ehre, den Platz bis zum letzten Mann ver⸗ theidigt zu haben.
Die Belagerer wußten, daß ein Hülfscorps im An⸗ zuge war, ſie drohten alſo mit verzweifelten Angriff und boten zugleich die günſtigſten Bedingungen für eine Ca⸗ pitulation. Jetzt glaubte Schmettau annehmen zu mäſſen.
Schwer ſollte er dieſen Entſchluß bereuen. Kaum hatte er unterzeichnet, ſo erſchien der General Wurm ihm zur Hülfe, aber leider zu ſpät! Dies arge„Zu ſpät!“ das uns tiefer ſchmerzt, als das gar nicht.
Die Oeſterreicher zogen nun in die Stadt und ſchrieen:„Schießt die Hunde todt! Feuer auf die Ca⸗ naillen!“ So ganz vergaßen dieſe Offiziere des Gebotes der Ehre, ſo wenig achteten ſie ihr gegebenes Wort.
Die preußiſche Garniſon nahm indeſſen durch die Neuſtadt und das ſchwarze Thor ihren Abzug, und die Stadt war befreit. Doch wovon, möchte man fragen? Freund oder Feind, gleich viel, wenn der arme Einwohner
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