Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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„Die vielen Leiden haben mich endlich gleichgültig gemacht gegen die Annehmlichkeiten des Lebens. Ich gehe ſpazieren, wenn es mir geſtattet wird, und wenn nicht, ſo bleibe ich zu Hauſe, et je ne suis plus sensible qu' aux maux publiques.“

Dieſe zu erleichtern war ihr einziges Beſtreben, und von Warſchau aus war die ganze Machtvollkom⸗ menheit dazu in ihre Hand gelegt; aber nur nicht das Können. Sie genoß jetzt der Befriedigung, Regentin zu ſein, ſie herrſchte; aber mit welchen Mitteln und über welch ein Volk. Oh, Jronie des Schickſals!

Was die junge Frau ſo heiß erſehnt, was ihr Ehrgeiz ſtets geträumt, das war ihr zu Theil geworden, und, wie es uns gewöhnlich geht, wenn wir nach langer, mühſamer Wonderung ein erſehntes Ziel erreicht, ſo ſtand ſie enttäuſcht davor. Wie viel Sorgen, wie viel Mühe, wie viele ſchwere Verantwortlichkeit ruhte nun zugleich mit auf ihren Schultern!

Wohl befriedigte es ihren Stolz, daß ihre Kennt⸗ niſſe der Staatsverwaltung ſie befähigten mit Einſicht zu befehlen; wohl freute es ſie, durch ihre Klugheit es dahin gebracht zu haben, daß ein Brühl ſie zu ſeinem Stellvertreter ernannte und ſich ihr demüthig unter⸗ ordnete; wohl gefiel es ihr, daß ſie daneben auch ihren Gatten vertrat, daß auch von dieſer Seite her ihr Talent

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