54
heiterer Miene.„Das ganze Leben iſt ja nur ein Scherz, wie ſollte ich denn nicht ein bischen Ernſt hineinzuflechten ſuchen, der Würze halber.“
„Sie haben ein glückliches Temperament,“ erwi⸗ derte der Miniſter verwundert.
„Oder auch ein düſteres, das ich mit ſeinen trü⸗ ben Bildern durch mein Lachen aufzuhellen ſuche,“ ſagte Rabener.„Im Ernſt den Scherz, im Scherz den Ernſt.“
„Dem Humor ſoll oft die Hypochondrie ſehr nahe ſtehen,“ bemerkte Brühl ſinnend die heitere Miene des Satyrikers muſternd.„Wie gefällt es Ihnen in Dres⸗ den? Vielleicht ſind Sie nur ungerne von Leipzig zu uns hergekommen? Vielleicht gefielen Sie ſich dort beſſer?“
„Ich habe darüber nicht nachgeſonnen, Excellenz; der Mann muß ſeinem Berufe folgen, und bei einer Be⸗ förderung und einer Erhöhung ſeines Gehaltes ſich nicht umſehen nach den gedeckten Tiſchen ihm befreundeter Fa⸗ milien. Was ich zu meinem Leben brauche, das finde ich überall leicht wieder, und die Trennung von meinen Freunden erſetze ich durch Brieſwechſel.“
„Ich hoffe, daß es Ihnen hier gefallen wird, wenn Sie erſt Wuſe gefunden haben, ſich an unſern Kunſt⸗ ſchätzen und unſerer herrlichen Oper zu erfreuen. Haben Sie ſchon Belli ſingen gehört? Die herrliche Pilajo ver⸗


