und die fremden Geſandten hörten ihr zu. Sie führte auch das Whiſt am Hofe ein, woran ihr Gatte an andern Abenden Theil nehmen konnte. Sie vollendete einen ita⸗ lieniſchen Text zu der Oper„Paleſtri, Königin der Ama⸗ zonen“. Doch das Alles befriedigte ſie nicht ganz. Immer war es ihr, als müſſe ſie in weitern Kreiſen wirken, als bedürfe ſie für ihre Thätigkeit ein weiteres Feld; immer auf's Neue empfand ſie das Beengende der ſtrengen Hof⸗ etikette und der ihr gezogenen Grenzen.
Gottlieb Wilhelm Rabener ward um dieſe Zeit nach Dresden berufen, um beim Steueramte den Dienſt eines Secretärs zu übernehmen. Seine Schriften waren bekannt, von ſeinen Satyren hatte Maria Antonia meh⸗ rere geleſen und ſich an deren geſunden Humor erfreut. Er ſelbſt wurde ihr als angenehmer Geſellſchafter ge⸗ rühmt und ſeine Sitten nannte man untadelhaft. Sie wünſchte nun nichts ſehnlicher, als einen ſo geiſtvollen Mann kennen zu lernen. Allein, wie ſchwierig war ſelbſt die Erfüllung eines ſolchen Wunſches für eine Prinzeſſin, und wie wenig durfte ſie auf eine nähere Berührung mit ihm rechnen bei den ſo weit getrennten Kreiſen der Geſellſchaft jener Zeit.
Rabener hatte ſich auf der Ramm'ſchen Gaſſe ein⸗ gemiethet, ohne zu ahnen, daß dieſes Stadtviertel nicht


