Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Iſt Reichthum ein Glück, ſo iſt er auch wiederum ein Fluch, und wer den Quellen nachforſcht, aus denen unſere Leiden und unſere Freuden hervorgehen, wird bald erkennen, wie wenig das Geld hierbei den Ausſchlag zu geben vermag.

Um in der Sorge für ein anderes Leben ſein Ge⸗ nüge zu finden, darf dieſe Sorge nicht allein in der Empfindung beſtehen, ſie muß ſich auch bethätigen können. Die kleinen Dienſte, das hülfreiche Herbeiſchaffen, die Vor⸗ und die Fürſorge für alle Bedürfniſſe, darin beweiſt das Weib ſeine Stärke und darin findet es auch ſein Glück. Eine Mutter, welche die Sorgen fremden Händen anvertrauen muß, wird dem Liebling ihres Herzens nicht unentbehrlich, wie eine andere Mutter, deren Kind, wenn es krank iſt, nur von ihr bedient, nur von ihr gepflegt, nur von ihr die Worte des Troſtes vernehmen will, welche kein anderer Mund ſo ſprechen, zu denen kein anderes Auge mit einem ſolchen Ausdruck des Mitgefühls und des Troſtes blicken kann. Maria Antonia durfte nur Zu⸗ ſchauerin ſein, wenn ihr Kind litt. Seufzend kehrte ſie in ihre Gemächer zurück und legte die ſtolzen Prunkgewänder an, um eine Audienz zu ertheilen, um ihr ganz fremden Menſchen huldvoll zuzulächeln.

Sie arbeitete jetzt wieder viel, ſie dichtete, ſie trieb Muſik und ſang, von Haſſe accompagnirt, und der Hof