Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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zu betrachten und, nach ihres Helden Friedrich's von Preußen Beiſpiel, die Freiheit des Bekenntniſſes zu ehren.

Sie hatte der Königin Beifall gezollt, als ſie eine Mädchenſchule gründete, das jetzige Joſephinenſtift, das ſie mit ihrem Namen beſchenkte. Die Bildung und Er⸗ ziehung des Frauengeſchlechtes lag auch ihr am Herzen, und in die junge Seele, noch weich wie Wachs, drücken ſich leicht alle Farben der Erkenntniß ein. Hier hielt ſie es darum für Recht darauf zu wirken, daß die Wege des Heiles von ihren eigenen nicht verſchieden liefen; allein die ſchon gewonnene Ueberzengung wollte ſie ſo wenig irre machen, noch ſie tadeln ſie liebte Proſelyten nicht.

So verhielt ſie ſich denn ziemlich ruhig bei dieſem Freudenfeſte, das die Stadt nicht theilte.

Um ſo wärmer nahm ſie ſich dafür der Juden an, deren Todte bis dahin nicht in Dresdens Erde ruhen durften und den weiten Weg bis zu dem Kirchhofe nach Göplitz zurückzulegen hatten, und ihrem feinen Spotte gelang es zu erwirken, was dies gequälte Volk durch ſein vereintes Bitten nie vermocht. Es wurde ihm ein Kirchhof in der Umgebung Dresdens geſtattet.

Ein zweiter Prinz ward ihr jetzt geboren, ein kränk⸗ liches Kind, das darum dem Mutterherzen um ſo näher lag. Seine Schmerzen, ſein Weh durchzuckte dreifach die eigene Bruſt, ſeine flehende Geberde drängte ſich wie ein