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war ſo langſam, und die Stunden eilten ſo ſchnell dahin für eine Seele, die nach Erfolgen lechzte, nach Eindrücken verlangte, die ſie zu neuen Anſchauungen aufrufen möch⸗ ten, um dann in ihr gereift, dem Leben zurückgegeben zu werden. Sie war ein unruhiger Geiſt, dem ein beſchau⸗ liches Leben nicht zuſagte; ſie bedurfte der Thaten, ſie wollte handeln, wollte mächtig in den Gang der Welt eingreifen, wollte die Verhältniſſe ordnen, und— grade das blieb ihr verſagt. Brühl maß ihr in dem Bezug ſeine Gaben nur ſparſam zu. Immer ein kleiner Schritt weiter, mehr geſtattete ſeine Vorſicht nicht.
Oftmals ſchloß die junge Fürſtin ihre Bücher, warf einen kalten Blick auf ihre Muſikalien und— eilte zu ihrem Kinde. Sie drückte den Kleinen an ihr Herz und liebkoſte ihn, als wolle ſie ihn erdrücken. Ach! Er ver⸗ ſtand es nicht, was ſeine Mutter bewegte. Er kannte noch nichts von dieſem Sehnen, das nach einer Wahrheit verlangt, welche Zeit und Ewigkeit in Eins zuſammen⸗ ſchmelzen möchte!—
Man hatte ihr ein Regiment gegeben.— Wieder eine Beſchäftigung!— Es hieß die Churprinzeſſin⸗Gre⸗ nadiere. Sie befehligte es und ſah ſeinen Exerzitien zu. Um ſo eifriger bemühte ſie ſich nun im Reiten, und feuerte auch den Churprinzen dazu an, und dieſe körperliche Be⸗
wegung, indem ſie ſie ermüdete, beruhigte zugleich auch


