Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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weiſe ſtets vollkommen und gab ihr in Allem Recht. Sei⸗ nem Stolze war es ſchon genug, daß ſie in allen kleinen Vorgängen des Lebens ſeine Billigung ſuchte und be⸗ durfte. Fern war es alſo von ihm, ihr Vertrauen durch den leiſeſten Tadel zu verſcheuchen! Alles, was ſie betraf, erſchien ihm im Gegentheil vom größten Intereſſe, und er ermuthigte ſie, ihm vorzuplaudern, als ob ſie mit ihrer alten Wärterin rede. So erfuhr er denn genau Alles, was vorging, und auch nicht der kleinſte Umſtand wurde ihm verſchwiegen. Ja, als der Prinzeſſin Lieblings⸗ papagei ſtarb, meldete ſie es Brühl, als demjenigen, der ihr ſeine Theilnahme nicht verſagen würde, mit den Worten: si j'étais pleurense, je l'aurais pleuré. Maria Antonia war nun ſchon drei Jahre in Dresden, der Reiz der Neuheit hatte ſich abgeſtreift, ſie kannte die Stadt, ſie kannte die Umgegend, die Strei⸗ tigkeiten des Opernperſonals beluſtigten ſie nicht länger, ob die ſchon ein halbes Jahrhundert zählende, prächtige Fauſtine auf eine jugendliche Debütantin eiferſüchtig, das ließ ſie kalt, ſeit es ſich ſo oft wiederholt; und da ſonſt nichts von Bedeutung vorfiel, ſo ergriff ſie auf's Neue ein gewiſſes ennui, das aus einem nicht befriedigten Leben hervorgeht. Seufzend blickte ſie umher, nach einem Etwas ſuchend, das ſie ganz erfülle, nach einer Beſchäfti⸗ gung dürſtend, die ſie ſich ſelbſt vergeſſen lehre. Die Kunſt 3*