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der Prinz Karl, waren nicht ſehr unterrichtet*); man hatte bei ihrer Erziehung vielleicht in dem Gedanken gewaltet, ein Fürſt brauche nicht viel zu lernen. Die Herren des Hofes kannten ſelbſt nur den Müßiggang. Woher ſollte alſo der Antrieb kommen?
Um ſo bewundernswürdiger blieb das fortgeſetzte eifrige Beſtreben der muntern jungen Frau, ihren Geiſt zu erweitern und ſelbſt etwas zu ſchaffen. Sie hatte, nach einer lebhaften Correſpondenz mit Metaſtaſio, die Ueber⸗ ſetzung ſeines Trauerſpiels, Demetrio, in das Fran⸗ zöſiſche unternommen, und ſandte dem Dichter von Zeit zu Zeit Bruchſtücke dieſer Arbeit, ſo wie ſie damit fort⸗ rückte, zu. Als ſie vollendet war, mußten die Herren und Damen des Hofes die Rollen einlernen und die Tragödie aufführen, wobei dann der Verfaſſerin nicht geringes Lob zu Theil ward. Freudeſtrahlend ſah Maria Antonia dem Erfolge ihrer mühſamen Arbeit zu. Ach! Ihre ganze Seele dürſtete ja nach ſolchen Erfolgen. Sogar bis nach Paris war die Kunde davon gedrungen. Die Herzogin von Brancas ſchrieb an Graf Wackerbart und erſuchte ihn um eine Abſchrift davon. Dieſer wandte ſich darum wieder an Mademoiſelle Sylveſtre, und endlich wurde durch den Churprinzen ſelbſt der Wunſch der franzöſiſchen Dameerfüllt.
*) Sir Charles Williams. 1860. K. Maria Antonia. II.


