Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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verſtreiche und ihn nie die Luſt anwandle, ſich um das Wohl und Weh ſeines Landes zu bekümmern. Die junge Mutter nahm nun mit erneuertem Reize an den auf einige Zeit ihr verſagt geweſenen Geſellſchaften Theil, und bemühte ſich ſogar eifrig das Schießen zu erlernen, um ſelbſt von dieſer Unterhaltung des Hofes nicht aus⸗ geſchloſſen zu bleiben. Die Königin Joſepha jagte beſon⸗ ders gerne; auch bei den Faſanenſchießen im großen Garten erwies ſie ſich unermüdlich. Maria Antonia, von ihrem Gatten ermuthigt, fing an ſich auch an die⸗ ſen Vergnügungen zu betheiligen, von denen ſie ſich An⸗ fangs, aus Rückſicht für den Churprinzen, fern gehalten.

Die muntere junge Frau hatte ſich nach und nach bei allen Gliedern der Familie beliebt gemacht. Ihre unwiderſtehliche Liebenswürdigkeit, gepaart mit ſo viel Geiſt und Klugheit, hieß endlich ſelbſt Neid und Miß⸗ wollen ſchweigen, weil ſie mit ſtumpfen Waffen kämpften.

Dem klugen Brühl war es gelungen, ihr neben ſeiner Macht, auch ſeinen guten Willen zu zeigen, mit dem er ihr diente, ſobald ſie ihm ſeine hohe Stellung unbeſtritten ließ. Dazu rieth nun ſchon die Klugheit. So waren ſie denn nach und nach auf einen Fuß ſtillſchwei⸗ genden Uebereinkommens gelangt, ſich gegenſeitig nicht in den Weg zu treten, und der Lohn für dieſe Duldſamkeit der jungen, einſt ſo gefürchteten Prinzeſſin war die Will⸗