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ihn in ein Paſtell, auf einem Kiſſen von rothem Sammet, lebensgroß zu portraitiren, ſein Hemdchen, die kleinen runden Aermchen, die nackten Füßchen, und Alles an ihm, was Maria Antonia bewunderte, wurde zu ihrer Befrie⸗ digung dargeſtellt, und damit man den Prinzen erkenne, ſtand in der Ferne auf einem Tiſche ſeine Krone, wäh⸗ rend das haarloſe Haupt noch ein weißes Mützchen deckte. Als das Bild vollendet war, entſtand ein Streit, wem es nun gehören ſollte, dem Churprinzen, oder ſeiner Ge⸗ mahlin. Doch der Erſtere ſiegte. Da er den kleinen Lieb⸗ ling nicht ſo oft auf ſeinen Knien wiegen konnte, wie die geſunde Mutter, ſo überließ ſie ihm deſſen Portrait, das er neben ſeinem Sopha aufſtellte, und während mancher leidensvollen Stunde, die er liegend zubringen mußte, er⸗ heiterte und erfreute er an dem Anblicke des her⸗ zigen Kindes*).
Erſt nach und nach gewann Maria Antonia die Luſt zu ihren gewohnten Beſchäftigungen wieder, und benutzte das Spielen mit ihrem Kinde dann nur zur Er⸗
holung von ihrer ernſten Arbeit.
Es herrſchte jetzt wieder reges Leben in Dresden; denn der König war aus Polen zurückgekehrt, und Brühl
ſorgte eifrig dafür, daß ihm die Zeit unter Vergnügungen
²) Biographie von Raphael Mengs.


