Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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ſerviler Hofleute es ſchwer, eine ihr genügende Sprache zu reden, hier allein wurde ihre Eitelkeit verletzt.

Sie hatte noch vor Kurzem an Graf Brühl nach Warſchau geſchrieben: ſie habe ihm nichts zu berichten, als von Langerweile, Langerweile, und wiederum Langer⸗ weile. Wie war nun dies ennui mit einem Male ſo gänz⸗ lich in dem Freudentaumel der jungen Mutter verſchwunden.

Der Churprinz freute ſich an ihrem Glücke und theilte es mit ihr; doch ihr nachzuempfinden, das wäre auch dem zärtlichſten aller Väter nicht möglich geweſen.

Das liebe kleine Fritzl, das liebe kleine Maußerl*), wurde den ganzen Tag geherzt und geküßt. Aber welcher Schrecken für die junge Mutter, als ihr Kind in ein We⸗ hegeſchrei ausbrach, weil ſie ihm bei ihren Liebkoſungen den beißenden Schnupftabak in ſeine klaren, großen blauen Augen geſchüttet! Alle Aerzte wurden herbei⸗ gerufen. Das ganze Palais gerieth in Schrecken. Wie, wenn das liebe Kind davon erblinden ſollte?

Indeſſen mit dem Schrecken war es diesmal gethan. Die erſten großen Thränen waren den jungen Augen entquollen, um ſie von einem beißenden Schmerze zu befreien, verurſacht durch die übergroße Zärtlichkeit der eigenen Mutter. Sie ließ es ſich nun malen, um es

*) Die Kaiſerin an ihre Tochter.