er dieſe Ueberraſchung vor. Strahlend von Heiterkeit und Lebensluſt kehrte ſie, als es zu dämmern begann, zurück und kleidete ſich um zu dem vorhabenden Feſte. Lächelnd ſah der Prinz ihr zu, und freute ſich im Voraus ihrer Freude, wenn plötzlich aus der Zahl der Gäſte eine wohlbekannte Geſtalt ihr entgegen treten werde.
Und ſeine Hoffnung trog ihn nicht. Ihre Briefe an ihre Mutter beweiſen, wie tief und freudig ſie die Gegenwart ihres Bruders empfand und wie glücklich ſie dieſe Tage ſeines Hierſeins verlebte. Nach ihrer Tren⸗ nung von der Heimath war es das erſte Wiederſehen ei⸗ nes Mitgliedes ihrer Familie, dem ſie noch überdem mit beſonderer Zuneigung anhing.
Noch einmal beſuchte ſie nun mit ihrem Bruder ge⸗ meinſam alle Merkwürdigkeiten Prags, noch einmal er⸗ wies ſie dem heiligen Nepomuck eine Ehre, und bat ihn um die Erfüllung ihrer frommen Wünſche; dann kam die Stunde des Scheidens nach glücklichen Tagen, die in der Seele ein leiſes Gefühl des Heimwehs zurücklaſſen, genährt durch das Bewußtſein, daß ſie uns ſo nicht wie⸗ derkommen.
Nach Dresden zurückgekehrt, ſuchte ſie Troſt in ihrer Arbeit und in ihrem Briefwechſel, um die aber⸗ malige Trennung von ihrem Bruder zu verſchmerzen. Sie dichtete an einem Schäferſpiele,„der Sieg der


