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Beleuchtung die Gegend in ihrer vollen Pracht zu über⸗ ſchauen. Durſtig tränkte ſie ihr Auge damit. Wie ſchön erſchien ihr der Himmel, wie ſchön die Erde, wie ſchön das ganze Leben!—
Ihr Gatte begleitete ſie auf ſolchen Promenaden nicht, weil es ihm unmöglich war, das Vergnügen eines Spazierganges zu genießen; ſie dagegen bedurfte ſtar⸗ ker körperlicher Bewegung, ſchon um ihren Geiſt dadurch einzuſchläfern und ſeine übergroße Thätigkeit zu verhin⸗ dern.— Nur reiten und fahren konnte ſie gemeinſam mit ihrem Gatten, und zu dem Erſteren trieb ſie ihn daher auch häufig an.
Der Prinz war indeſſen heute zu Hauſe geblieben. Er wollte ihr eine kleine Ueberraſchung vorbereiten. Der Churfürſt von Baiern wurde erwartet. Maria Antonia wußte nichts von dieſem Beſuche ihres ſo ſehr geliebten Bruders. Am Abend war Geſellſchaft geladen, und es ſollte Muſik gemacht werden. Namentlich wollte ſie eine Compoſition vortragen, zu der ein Graf von Sporck die Begleitung auf dem Violoncello übernommen, das er vortrefflich ſpielte. Prinz Chriſtian beabſichtigte nun ſei⸗ nen Schwager zu ihrem Zuhörer machen, ohne daß die Prinzeſſin darum wußte, und ſie dann am Schluße durch deſſen Erſcheinen zu belohnen.
Während ſie nun den Hradſchin beſtieg, bereitete


