„Steh' auf, Antonia!“ ſagte er weich und wollte ſie erheben.„Steh' auf! An meinem Herzen iſt Dein Platz; nicht ſo!“
„Doch, doch! Nicht bis Du mir verziehen, nicht bis Du Deinen Schutz mir zugeſagt, weiche ich von die⸗ ſer Stelle.“
„Du brauchſt meine Verzeihung nicht, Antonia!“ ſagte der Churprinz bewegt.„Ich glaube es nicht und will es nicht glauben, daß Du ihrer bedarfſt.“
„Ich bedarf Deiner Verzeihung, mein theurer Gatte!“ ſagte die junge Frau mit der warmen Haſt beſorgter Liebe.„Ich habe ein Unrecht begangen, indem ich ohne Dein Wiſſen um Mitternacht das Palais verließ.“
„Das alſo haſt Du gethan? Alſo doch!“ ſagte er vorwurfsvoll, und tiefer Schmerz malte ſich in ſeinen Mienen.
Sie nickte nur ſtumm bejahend.
„Ich habe es gethan,“ fügte ſie dann gefaßter hinzu, „in der Hoffnung, daß es ein Geheimniß bleiben würde. Aber, Gott weiß es, an dieſem Hofe ſchläft der Verräther nie, ſo hat man mich auch bei dieſer unſchuldigen Pro⸗ menade belauſcht, um mir ein Verbrechen daraus zu machen.“


