Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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Lies! ſagte der Prinz.Oder beſſer lies nicht. Es würde Dich nur unnütz kränken.

Wie, was? Ich muß es wiſſen!

Gut denn. So ſollen wenige Worte von mir Dich in dieſe unerhörte Verläumdung einweihen, die ein dum⸗ mer Spaß eines dummen Höflings ſein muß, womit er ſich ein Trinkgeld verdienen wollte. Man hat nach Warſchau berichtet, daß man Dich bei nächtlicher Weile auf dem Zwinger promeniren geſehen.

Maria Antonia erbleichte, bis alles Blut aus ihrem Geſichte entwichen ſchien; ſo ſaß ſie einen Augenblick wie verſteinert da, mit Augen, die nicht ſahen, und Lippen, die keines Wortes mächtig waren. Dann ſank ſie in ihren Seſſel zurück, aber ohne daß eine Ohnmacht ihre Sinne umnebelte und ſie des Bewußtſeins ihrer Pein enthob; nur wie erſtarrt war in ihr alles Leben. Plötzlich aber kehrte das Blut in ihre Wangen zurück, ein friſcher Impuls ſchien ſie zu beleben, und ihrem Gatten zu Füßen fallend, hob ſie die Hände flehend zu ihm empor und rief:Chriſtian! Rette mich!

Gerührt, bewegt ſah dieſer das geliebte Weib zu ſeinen Füßen. Selbſt wenn es jetzt eine Schuld zu beken⸗ nen gehabt, würde er ihm haben verzeihen müſſen.