Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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Sie ſah ihren Gatten groß und fragend an.Un⸗ möglich! erwiderte dieſer abweiſend.Du warſt ja an ſeinem Krankenbette. Du weißt ja, wie und woran er geſtorben. Rede Dir doch ſo etwas nicht ein.

So ſollte denn die Seele eines Abgeſchiedenen wirklich zu uns zurückkehren können? Sollte im Stande ſein die Geſtalt noch einmal anzunehmen, welche ſie ſo lange vor unſern ſichtbaren Augen trug? Armer Vater! Was ſtört denn Deine Ruhe im Grabe? Sorge um mich? Droht mir eine Gefahr? Willſt Du mich vor einem Unglück warnen? O, ſo rede! Laß mich Deine liebe Stimme vernehmen. Flüſtere in mein Ohr Worte, die mir ein Fingerzeig ſeien, die mich retten können.

Der Churprinz wurde hier abgerufen, um die ſo eben aus Warſchau eingelaufenen Briefe in Empfang zu nehmen. Er freute ſich, ſeine Gattin durch dieſe Mit⸗ theilungen zerſtreuen zu können, und übergab ihr, in das Gemach zurückkehrend, die Schreiben von dem Könige, der Königin und dem Grafen Brühl, welche alle Drei einen lebhaften Briefwechſel mit ihr unterhielten, um da⸗ durch ſowohl der eigenen Neugierde als auch dem Inter⸗ eſſe zu dienen, das eine neue Sonne immer beanſpru⸗ chen wird; denn Jeder weiß, ſie wandert ihrer Mittags⸗ höhe zu.

Nachrichten aus der Ferne haben für uns Alle einen