Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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mir eben heute, daß er in meinem Zimmer geſehen wor⸗ den, und daß Alle, die dort bis jetzt geſchlafen, vor Schrecken faſt geſtorben ſind. Er muß mich holen wollen, es kann nicht anders ſein, und ich liebe das Leben, Chriſtian. Ich mag nicht ſterben. Ich bleibe ſo gerne noch bei Dir.

Und wirſt auch hoffentlich noch lange, lange bei mir bleiben, erwiderte der junge Gatte zärtlich;denn Dein Vater wird uns nicht trennen, er wird Dich nicht zu ſich berufen wollen, ſo lange Du Dich hier glücklich fühlſt. Schlage Dir die Sache aus dem Sinne. Denke nicht weiter daran. Es muß eine Einbildung thörichter Menſchen ſein.

Nein, nein. Der Meinung bin ich nicht! rief die junge Frau beſtimmt.Die Sache iſt wahr, davon bin ich ſo feſt überzeugt, wie von meinem Leben, und Dein Bemühen, ſie mir auszureden, iſt vergeblich. Es handelt ſich nur darum, was meinen Vater auf dieſe Erde zurückgeführt. Oder ſollte er ſie etwa noch nie verlaſſen haben? Es gibt Beiſpiele, Chriſtian von einem Scheintode von einem künſtlich herbeigeführten langen Schlafe von einem Erwachen in der Gruft... Die Geſchichte nennt uns ſolche Fälle Kaiſer Karl VII. war ein junger Mann, als er ſtarb wie, wenn man ihn nur ſcheinbar hätte ſterben laſſen?

1860. IX. Maria Antonia. I. 12