Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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verwirft. Dort erhalte ich nur Vorwürfe, daß ich dem Teufel geſtattet in meinem Herzen ſolche Zweifel anzu⸗ regen, und muß meinen Durſt nach Wahrheit mit Beten, Kaſteien und Meſſen gut machen. Nein, nein! Dort iſt kein Heil für mich!

Wäre es denn aber nicht wirklich beſſer, Du gä⸗ beſt dieſem Drange nicht nach, wiſſen zu wollen, was wir nicht wiſſen ſollen? Warum auch dies uns weiſe verſchloſſene Buch unſerer Zukunft vorwitzig eröffnen wollen? Mir ſcheint, es könne das nicht Segen bringen.

Warum? Ach! Chriſtian, das iſt es ja eben, dieſes Warum? rief die junge Frau, und ſchlug die Hände gefaltet über ihrer hochſchlagenden Bruſt zuſam⸗ men.Das iſt ja eben der traurige Fluch, womit ich ver⸗ folgt werde! Ich rede ja nicht aus eitlem Wahn, es iſt ja nicht ein Traumgebilde dieſer Nacht, das mich auf⸗ ſtört und am Tage Geiſter erblicken läßt, wo keine ſind es iſt ja die wirkliche und poſitive Wahrheit, daß mein Vater, der Kaiſer, umgeht, ſetzte ſie mit leiſer wer⸗ dendem Tone, als fürchte ſie ſich vor ihrer eigenen Stim⸗ me, hinzu, und ein innerer Schauder durchzitterte ſie dabei.

Der Churprinz blickte ſie wie erſtarrt an. In ſeinen Mienen ſprach ſich eine Bedenklichkeit aus, welche der