Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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auch zu feſſeln, ſie hatte die Würde der Prinzeſſin mit der liebenswürdigen Freundlichkeit der Frau zu verbinden. In allen Städten, größeren und kleineren, waren Ehrenpforten für ſie erbaut und feſtlicher Empfang für ſie vorbereitet. Ihre Kenntniß der deutſchen Sprache that ihr hier erwünſchte Dienſte, um ihren neuen Untertha⸗ nen ihre Freude und ihren Dank ausſprechen zu können. Ihr junges Herz empfand es wohlthuend, ſich geliebt und . gefeiert zu ſehen, ohne daß ſie dieſe Empfindung durch ein Bemühen hervorgerufen. Sie wandelte auf blumigen Pfaden dahin, über ſich den blauen, wolkenloſen Himmel, vor ſich eine Zukunft voller Luſt und voller Wonne. Ihr war zu Muthe, als nenne ſie die Welt ihr Eigen. Das Glück verſchönt. Die erregte Miene, das leuch⸗ tende blaue Auge kleideten der Prinzeſſin ſo wohl, daß ſie ſich ſelbſt kaum wiedererkannt haben würde. In dieſer Stimmung überraſchte ſie die Nachricht, daß der Chur⸗ prinz, ihr Gemahl, ſie in Oederan erwarte. Das war eine Aufmerkſamkeit von ſeiner Seite, auf die ſie nicht vorbereitet geweſen. Ihr Herz klopfte hoch. Zetzt ſollte ſie ihn ſehen, den Mann ſehen, welchem ſie ihre Hand gereicht, dem ſie dem Namen nach ſchon ange 4 hörte! Jetzt ſollte ſie in ſeinen Blicken leſen, ob ihre Erſcheinung ihn anziehe, ob nicht! Die nächſte Minute ſollte ihr Urtheil ſprechen, das erſte Wort von ſeinen

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