Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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nur ungerne ſich einer fremden Hand bei ihrem erſten Er⸗ ſcheinen vertrauen wollte.

Graf von Pregiſſiny, rief ſie dem von Baiern ſie begleitenden Commiſſarius noch als letztes Wort zu,em⸗ pfehlen Sie mich meiner geehrten Frau Mutter und mel⸗ den Sie ihr, daß ich glücklich unter Ihrer Obhut die Grenze meines neuen Heimathslandes überſchritten habe, und mit frohem Muthe meiner Beſtimmung entgegen gehe. Auch Ihrem Herrn, meinem Bruder, entbieten Sie mei⸗ nen ſchweſterlichen Gruß. Damit beſtieg ſie den für ſie bereit ſtehenden Wagen, nickte Allen ein Lebewohl zu und entſchwand dem Auge des mit Rührung ihr nachblickenden Gefolges.

Raſch zogen ſie die Pferde über Berg und Thal ihrem in großer Erregung erwarteten Ziele zu. Immer mehr brei- tete ſich das glückliche Sachſenland vor ihren Blicken aus, immer reicher entfalteten ſich deſſen fruchtbare Fluren, deren Cultur auch damals ſchon eines begründeten Rufes genoß.

Die junge Fürſtin war nun ſich ſelbſt überlaſſen, war von heute an auf den eigenen Rath angewieſen, um die ihr neuen und ſchwierigen Lebensverhältniſſe nach ihren Wünſchen zu geſtalten. Sie hatte die ſchwere Aufgabe zu löſen, durch Erſcheinung zu imponiren und doch zugleich

1860. IX. Maria Antonia. I. 2