Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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mit Orden und Sternen geſchmückt, in blauem geſtickten Hofkleide, ſie freundlich anlächelte. Leiſe preßte ſie die Lippen darauf, drückte den Deckel dann zu und ließ die Doſe wieder in die Taſche gleiten.

Er ſoll nicht hübſch ſein, ſprach es leiſe in ihr, aber er iſt gut, er iſt ehrlich, er wird mich lieben, hoffe ich, und dann bin ich gewiß, ſeine glückliche Gattin zu werden. Wenn nur das erſte Begegnen vorüber wäre! Ich bin nicht hübſch, er weiß das; dennoch aber könnte er ſich ein zu günſtiges Bild von mir entworfen haben, und die Enttäuſchung in ſeinen Mienen zu leſen, würde mich ſchmerzen. Doch, ich will nicht verzagen! Dem Muthigen folgt das Glück, das beweiſt mein Held, der prächtige Friedrich.

Bei dieſer Wendung ihrer Gedanken waren die Wolken von ihrer Stirne geſchwunden. Sachſen und Preußen lagen ſo nahe aneinander; wie leicht konnte ſie von Dresden nach Berlin tommen und den König kennen lernen, wie leicht auch konnte er ſie in ihrer Reſidenz beſu⸗ chen! Das Blut ſtieg in ihre Wangen, als ſie ſich ausmalte, wie ſie mit Friedrich von Voltaire ſprach, wie ſie mit ihm muſicirte, wie ſie ſeine oder ihre Compoſitio⸗ nen ſpielte und er ihr Spiel auf der Flöte begleitete.

Wie glücklich die Fürſtin, welche das Lebensloos eines ſolchen Mannes theilen durfte! Warum auch gab es