Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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verleugnung, und könnte der Neid nur immer ſehen, wie ſchwer ihnen das Lächeln wird, womit ſie der Welt ent⸗ gegentreten, während das Herz oft ſo betrübt iſt, ſo würde ſich mancher Tadel in warmes Lob, in aufrichtige Bewunderung und Theilnahme verkehren.

Wer nur einen Seelenſpiegel hätte, würde ſchnell die Entdeckung machen, wie unendlich gleichmäßiger die Güter dieſes Lebens vertheilt ſind, als der Schein es an⸗ nehmen will; denn das Glück wohnt immer nur in dem eigenen Herzen, in dem mit ſich und ſeinem Thun zufrie⸗ denen Gemüth, in dem mit Gott und Welt zufriedenen Sinn. Seide oder Lumpen können dieſem keinen Ab⸗ bruch thun.

Mit jener graden Haltung, welche Prinzeſſinnen von Kindheit auf ſorgfältig zu pflegen haben, ſaß Maria Antonia in ihrem vergoldeten Wagen und fuhr erwar⸗ tungsvoll ihrem künftigen Schickſale entgegen. Sie zählte dreiundzwanzig Jahre. Das iſt ein Alter, wo man noch ſo viele Wünſche für die Zukunft hegt und mit ſo gu⸗ tem Glauben ihrer Erfüllung entgegen ſieht. Immer näher kam man der ſächſiſchen Grenze, und immer erwar⸗ tungsvoller leuchtete das kluge blaue Auge der Prinzeſſin. Sie zog jetzt aus ihrer Taſche eine goldene Doſe her⸗ vor, nahm eine Priſe, und betrachtete dann das in dem Deckel angebrachte Portrait eines jungen Mannes, der,