Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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Churfürſtin von Baiern theilte, ſo wie bei Beiden der Haß gegen die Kaiſerin Maria Thereſia der gleiche war. Sie, die Töchter Joſef's I., ſollten gegen die Tochter ſeines jüngern Bruders zurück ſtehen dieſe Nothwendig⸗ keit verziehen ſie ihrer Coufine während ihres ganzen Lebens nicht.

Von ihrer Mutter war Maria Antonia mit den weiſeſten Rathſchlägen entlaſſen, und beſonders noch ihr anempfohlen worden, dem Haſſe gegen das Haus Oeſter⸗ reich getreu zu bleiben. Die Tochter nahm dieſe Er⸗ mahnungen hin, wie Töchter meiſtens ſolche Lehren hin⸗ zunehmen pflegen, d. h. ſie hörte ſie geduldig an, und verſprach ſich innerlich, nach ihrem eigenen Ermeſſen zu handeln und vor allem das Intereſſe ihres neuen Va⸗ terlandes und damit ihr eigenes als Hauptziel im Auge zu behalten.

Abſchiedsfeſte, Audienzen und viel eitles Gepränge ließen ſie jedoch nicht lange bei ſolchen ernſten Gedan⸗ ken verweilen.

Eine Fürſtin darf nur wenig ſich ſelbſt gehören und in ſich hinein leben; an ihrem innern Menſchen kann ſie nur ſelten bilden, denn Alles ruft ſie auf, dem äußern Leben ſich zu widmen und ſich Dingen hinzugeben, welche ihr nur wenig Antheil abgewinnen. Ihre ſo oft beneidete Stellung erkaufen ſie durch die größte Selbſt⸗