Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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262 hielt ihn einen Augenblick in ſeinen Armen.Sie rechnen mir mein Betragen zu hoch an, ſagte er im Bewußtſein, wie wenig er ihr Lob verdiene, wie ſehr ſie ſich in jedem Bezug über die Motive ſeiner Handlungsweiſe täuſche. Wir können das neue Reis auf dem alten Stamme der Rheinfeld gebrauchen. Ich habe nur gehandelt, wie ich handeln mußte, um für uns allerſeits das Beſte zu thun.

Sie haben mir ein großes Opfer gebracht, ſagte ſie warm;aber der H immel wird es Ihnen lohnen.

Lieber noch wäre mir ein Lohn von Ihnen, ſagte

er lächelnd, und reichte ihr das Kind zurück. Verlegen barg ſie ihre Wange an der Bruſt des Kleinen und erwie⸗ derte:Sie ſollen mich nicht undankbar finden. Nur muß man nicht frühzeitig Früchte reifen wollen.

Er verſtand den geheimen Sinn dieſer Antwort, küßte ihre Hand und ſchied. Sie ſah ihm aus dem Feuſter nach, wie er männlich ſtolz über den Platz ging. Er iſt ein Mann, dachte ſie; er kann mir eine Stütze ſein. Auf die Kraft allein kann man bauen. Was es heißt, mit der Schwäche einen Bund zu ſchließen, habe ich erfahren. Der Mann, welcher ſich ſelbſt nicht erzieht, den erzieht auch

die Gattin nicht.

Der Eintritt des Geheimrathes unterbrach ſie.Ich fomme, ſagte er, halb lächelnd, halb verlegen,vor Ihrer