Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Nachträglichkeit unzugänglich. Herr von Gasmund iſt ganz glücklich meinem Rathe gefolgt zu ſein; denn ſeit er ſie gewähren läßt, ſeit ſie ſingen, dichten, componi⸗ ren— und überhaupt thun darf, was ihr gefällt, iſt ſie ganz gefügig, und macht ihm nur Freude. Vielleicht iſt ihr die Flucht auch zu der kleinen Lehre geworden, daß man mit dem Kopfe nicht gegen die Wand rennen fann, ohne ſich Beulen zu holen.“

„Und holt man ſich dieſe nicht etwa auch, wenn man nicht gegen die Wand rennt?“ fragte Thorilde bitter.

„Niemand entgeht ſeinem Geſchicke!“ ſagte der Vormund mit Theilnahme.„Sie haben ſich nichts vor⸗ zuwerfen und miiſſen deshalb auch Ihr Haupt hoch tra⸗ gen. Ein ſtolzer Sinn iſt auf die Rechtfertigung vor ſich und ſeinem Gewiſſen angewieſen.“

Sie ſeufzte. Ihr Stolz machte ſie nicht glücklich.

Allein geblieben, ſetzte ſie ſich an das Fenſter und ſah den Vorübergehenden zu. War das nicht Ludolf? Ja. Er bog in die Wilhelmſtraße. Sie ſchlug die Hände vor das Geſicht und weinte bitterlich. Er war und blieb der Vater ihres Kindes; aber welch' ein Vater!

In ihren traurigen Gedanken hierüber unterbrach ſie der Eintritt des Geheimraths Ledebuhr. Ihre erſte Frage an ihn war nach Agathe Müller; denn ſie konnte jetzt mehr noch die Lage der verlaſſenen Frau begreifen, wie es früher der Fall geweſen war. Mit