245
„Dieſe Großmuth können Sie von mir nicht ver⸗ langen.“
„Ein Geldopfer würde deſſen Mutter nicht ſcheuen.“
„Es könnte den Vortheil, der Stammhalter des Majorats zu ſein, nicht aufwägen.“
„Nein.“
„Sie ſehen alſo ſelbſt, daß davon keine Rede ſein kann.“
„Und doch muß ich, im Namen der jungen Ba⸗ ronin, darauf dringen.“
„Sie belieben zu ſcherzen,“ rief Baron Kuno achſel⸗ zuckend.
„In Geſchäftsſachen laſſen wir Advocaten ſolche Laune kaum aufkommen. Ich verſichere Sie alſo, daß ich die Rechte von dem Sohne meines Mündels zu wahren entſchloſſen bin, und, wenn wir uns nicht in Güte verſtändigen können, dieſelben Waffen gegen Sie gebrauchen werde, welche Sie zu führen im Begriffe ſtehen.“
„Wie das?“ rief Baron Kuno erbleichend und den Anwalt mit beſtürzter Miene muſternd.
Dieſer antwortete nicht gleich. Er hatte erproben wollen, ob er wirklich ein Mittel in ſeiner Hand halte, die Anſprüche des Mannes vor ihm nichtig zu erklären, und deſſen Erſchrecken bei dem erſten darauf hindeuten— den Worte, bewies ihm, daß es ſo ſei. Bedächtig zog


