Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Kind! Bevor dieſem in ſeinem weltlichen Vortheil Scha⸗ den erwüchſe, klammere ich mich an dieſe alten Mauern, und laſſe nicht eher davon, bis man mich in einzelnen Stücken abreißt.“

Der Staatsanwalt nahm beſänftigend ihre Hand. „Ihr väterlicher Freund ſpricht zu Ihnen, vergeſſen Sie das nicht,“ ſagte er.„Was ich meiner eigenen Tochter in einem ſolchen Falle anrathen würde, das nur rathe ich Ihnen.“

„Und das iſt?“ fragte ſie erregt.

„In die Trennung jedenfalls zu willigen. Hören Sie mich ohne Unterbrechung an.— Wenn Sie Ludolf frei geben, ſo kann er eine andere Ehe ſchließen; ge⸗ ſchieht dies, ſo verliert Baron Kuno ſeine Anſprüche auf die Erbſchaft und nimmt vielleicht auch ſeine Eingabe, eine Admiiſtration der Güter betreffend, zurück. Wir abeachen dann ein Compromiß mit ihm. Kann er ſcht Erbe ſein, ſo iſt es ihm wahrſcheinlich ganz gleich⸗ gültig, ob Ihr Sohn oder der Sohn einer anderen Mut⸗ ter die Güter erhält, und wir ſuchen ſein Schweigen zu erkaufen. Die Welt mag denken, daß Sie, der zerrüt⸗ teten Geldverhältniſſe wegen die Scheidung nachgeſucht haben, und der Grund iſt in der That, um ihn anzuneh⸗ men, wichtig genug. Baron Ludolf wird immer ſtärker ſpielen, immer mehr die Schuldenlaſt ſeiner Güter ſtei⸗ gern, und Sie, als Gattin, könnten endlich nicht umhin,