Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Man kann ihm dies eigentlich nicht verdenken. Jeder an ſeiner Stelle, würde ſchließlich hier den Buchſtaben des Geſetzes walten laſſen.“

„Da er aber älter iſt, als Ludolf, ſo wird er aller Wahrſcheinlichkeit nach nie zu ſeinem Erbe gelangen.“

„Aber ſeine Kinder werden es. Er heirathet, auf die Ausſicht hin, eine Frau mit Vermögen, und nimmt eine neue Stellung ein. Sie ſehen alſo, wie viel ihm daran liegen mußte, die Rechte Ihres Sohnes zu beſei⸗ tigen.“

„Ich ſehe es. O mein Gott! Ich ſehe mit Schrecken, daß durch mich Gatte und Vater unglücklich geworden ſind. Wie werden ſie es ertragen, ſich dieſem Schickſale beugen zu ſollen?“

„Sie fühlen ſich dazu nicht ſtark genug, und ha⸗ ben mich beauftragt, Ihnen einen Vorſchlag zu machen, der die einzige Ausſicht, den Schlag abzuwenden, bietet. Ohnehin könnte es für Sie fernerhin nur peinlich ſein, in einem Kreiſe ſich zu befinden, deſſen Verſtimmung mehr vder weniger Sie als die obwohl unſchuldige Ur⸗ ſache dieſes Unglückes anſehen würde. Man fragt alſo an: ob Sie nicht aus eigenem guten Willen eine Tren⸗ nung vorſchlagen möchten.“

Thorilde erglühte.„Aber die Gründe?“ rief ſie. „Die Gründe! Nicht daß ich perſönlich ein Opfer ſcheue, um der Familie ihr Beſitzthum zu erhalten; aber mein