n8 nd
237
rilde ſich zuſammennehmend.„Der auf der Geburt meines Kindes ruhende Makel läßt ſich nicht hinweg⸗ räumen.“
„Wir müſſen verſuchen, den Agnaten abzuhalten, dieſen Umſtand zu rügen,“ fiel er ein.
„Wie vermögen wir das?—“
„Was ihn dazu treibt, iſt das eigene Intereſſe. Baron Kuno will nicht allein als nächſter Erbe Proteſt ge⸗ gen Ihren Sohn einlegen,“ fuhr er fort,„ſondern auch den Baron Rheinfeld als Verſchwender und ſeinen Sohn als Spieler unter Curatel ſtellen laſſen. Durch dieſen Schritt werden Ihr Gatte und Schwiegervater aus ihrem Beſitzthume vertrieben, die Regierung ſetzt eine Admi⸗ niſtration ein, welche die Verwaltung übernimmt, die Schulden abträgt, und ihnen eine lebenslängliche Penſion auszahlt. Sie können nun ermeſſen, welchen Eindruck dies Vorhaben auf die Familie gemacht hat, welche durch einen ſolchen Schritt vor der Welt beſchimpft und in gewiſſer Weiſe arm würde.“
„Entſetzlich!“ rief Thorilde.„Und was habe ich Baron Kuno gethan, mich zum Vorwande zu wählen, um ſo Grauſames über dieſe armen Leute zu verhän⸗ gen?“
„Sie haben ihm nichts gethan, als daß Sie ihm durch den kleinen Umſtand Ihrer Geburt ſein Recht als Erbe zurückgaben, und er dies zu wahren ſucht—


