Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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kurze Minute, um die Bekanntſchaft von dem Söhnchen meines Mündel zu machen.“

Thorilde ergriff raſch ſeinen Arm und zog ihn fort. „Um Gotteswillen,“ flüſterte ſie auf dem Wege.„Was meinen dieſe halben Worte! Was will man von mir?— Warum iſt mein Schwiegervater in Berlin? Warum ſind Sie hier?“

„Sie ſollen das ſogleich erfahren; aber vorerſt zei⸗ gen Sie mir den kleinen Max,“ ſagte dieſer mit gezwun⸗ genem Lächeln.

Sie nahm das Kind der Wärterin ab und trug es ihm entgegen.„Wie ſtolz würde ich heute ſein, Ihnen mei⸗ nen Sohn zu zeigen, wenn ich nicht zittern müßte für ein dieſem theuren Haupte drohendes Etwas,“ ſagte ſie. „Ich fühle jetzt, daß ich Alles verlieren, Alles opfern kann; nur darf dieſem hier kein Haar gekrümmt werden. Was hat mein armes Kind gethan, daß man ſein Glück bedroht?“

„Niemand thut das; nur dürfen Sie ſein Wohl nicht von äußeren Umſtänden abhängig machen, und da dies, wie Sie ſo eben ſagen, nicht der Fall iſt, Sie Alles hingeben, Alles opfern können, ſo lange ſein theures Leben Ihnen bleibt; ſo iſt auch die Gefahr für Sie ſo gut wie vorüber.“

„Welche Gefahr?“ fragte Thorilde und weit öffneten ſich ihre Augen.“ Was ſoll ich hingeben? Was opfern?“