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Obwohl ſie nun dieſer Beſuch mit gerechtem Stau⸗ nen erfüllte, ſo erfreute er ſie doch zugleich über alle Ma⸗ ßen. Was man brieflich nicht auszuſprechen wagt, läßt ſich mündlich durch hingeworfene Aeußerungen mittheilen; Frage und Antwort führen, ohne beſtimmte Forderung, zum Ziele. Ihr ward das Herz ſchon leicht in der Hoffnung, alles Dunkel aufgehellt zu ſehen. Er kam zu Mittag an, und die Baronin hielt es für ſchicklich ihn zu empfangen und beim Mahle gegenwärtig zu ſein. Dieſer Aufſchub ſetzte Thorilde in große Aufregung; mehr aber noch der ernſte theilnehmende Blick, mit welchem das Ange des Staatsanwaltes auf ihr ruhte. Man ſprach von gleich⸗ gültigen Dingen. Nie war es Thorilden ſo ſchwer gewor⸗ den eine Unterhaltung zu führen. Endlich wurde der Kaffee gereicht.
„Jetzt müſſen Sie mit mir kommen und mein Kind ſehen!“ rief ſie, und ſchritt ihm voran der Thüre zu.
„Liebe Tochter!“ wandte die Baronin ein,„ich möchte Sie gern demnächſt in mein Zimmer beſcheiden. Ich habe mit Ihnen zu reden.“—
Wieder bemerkte Thorilde den unruhig theilnehmen⸗ den Blick des Vormunds, dem jetzt ſogar ein Ausdruck des Mitleides beiwohnte.
„Wir werden gleich zu Befehl ſtehen, Frau Baro nin!“ ſagte er, ſich erhebend.„Gönnen Sie mir nur die


