Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Sie redete ihm tröſtend zu, bat ihn ſich recht zu pflegen, ſein Mittageſſen aus ihrer Küche holen zu laſſen, und ſchied von ſeinem„Gott ſegne Sie!“ begleitet, mit der wehmüthigen Empfindung, daß dies treue Herz nicht mehr lange ſchlagen werde.

Bei ihrem Erwachen des nächſten Morgens erfuhr ſie, daß Traugott um Mitternacht fanft entſchlummert ſei. Zu ihrem Erſtaunen vernahm ſie, daß ihre Schwie⸗ germutter ſich in die Wohnung des Todten begeben und ſeine Sachen ſelbſt unter Verſchluß genommen habe. Ihr Päckchen fiel ihr ein. Ob ſie nach dieſem geſucht hatte?

Von dem Baron und Ludolf liefen Briefe ein, die aber nur die kurze Meldung ihrer Ankunft in Berlin ent⸗ hielten. Geſpannt ſah Thorilde nun dem nächſten Schrei⸗ ben entgegen. Sie konnte ſich ihre Unruhe ſelbſt nicht er⸗ klären; allein ein Vorgefühl ſagte ihr, daß irgend eine ſie emfindliche treffende Nochricht kommen würde. Biswei⸗ len dachte ſie an Ellena dabei. Allein bei ruhiger Erwä⸗ nung konnte, was dieſe verſchuldet, doch nie ihr Kind tref⸗ fen?—

Die nächſte Poſt brachte auch wirklich einen Brief; aber er war an die Baronin gerichtet, und weder von ihrem Gatten, noch von ihrem Schwiegervater eine Zeile für ſie beigefügt. Nur Grüße ſandte man ihr und die Nachricht; daß ihr Vormund auf dem Wege nach Rhein⸗