Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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auf dem ſie die Handſchrift ihres Vormundes erkannte. Worüber correſpondirte man mit dieſem?— Ihr kam deſſen Reiſe nach Wienwieder in den Sinn, und ſie fürchtete, daß Alles in einem Zuſammenhange ſtehen möge, aber auch in einem Zuſammenhange mit dem Ausrufe ihres Schwieger⸗ vaters, deſſen„Armes Kind!“ wie ein Dolch in ihrer Bruſt ruhete?— Wäre es möglich geweſen, ſo hätte ſie den Klei⸗ nen ſeitdem nur noch zärtlicher geliebt.

Der Baron und ſein Sohn, hieß es plötzlich, wür⸗ den nach Berlin reiſen. Man ſprach von Geſchäften, die dieſen Ausflug heiſchten; aber man gab dieſen keinen Na⸗ men. Der Schwiegervater bemerkte nur, daß Thorilde ſich bereit halten möge, im Fall ſie längere Zeit dort verwei⸗ len müßten, ihnen nachzufolgen. Ludolf freuete ſich auf die Reiſe, und packte ſeine Spiel⸗Literatur ein. Sie ſah ihm mit Bangen zu. Es war nicht mehr der Gatte, es war der Vater ihres Kindes, den ſie vor ſich ſelbſt hätte ſchützen mögen; ſie führte ihn an des Kleinen Wiege, ſchlang beide Arme um ſeinen Hals und ſagte:„Ludolf!— Du willſt wieder ſpielen!— Um Deines Kindes willen, Ludolf, thue es nicht!!“ Er runzelte die Stirne.„Gerade um meines Kindes willen muß ich ſpielen,“ ſagte er verſtimmt;„es iſt das einzige Mittel, um aus den Schulden zu kommen.“

Sie war nun allein im Schloſſe; die Schwiegermutter in einem Flügel, ſie in dem anderen; ſchweren Herzens ſah ſie zu den alten Mauern mit ſo bangem Gefühle, als