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friedigung, ſie durch den Anblick des Kindes erfreut und er⸗ heitert zu ſehen. Sie küßte ſie, als ſie heute zu ihr kam, auf die Stirne und ſagte:„Armes, junges Weib! Nur Muth! Du wirſt dennoch ſiegen. Laß Dich durch die Wolke über Deinem Haupte nicht ſchrecken.“
„Welche Wolke?“ fragte Thorilde, und ſah ſie fragend mit ihren ſchönen Augen an.“ Sie wiſſen alſo darum?“
„Ich weiß Alles!“ flüſterte die Baronin.
„Von wem, Mutter? Von wem?“ rief Thorilde.
„Von meinen Geiſtern!“ flüſterte dieſe. Indem nahte Madame Latour; auch hatte die Antwort Thoril⸗ dens Vertrauen in das Wiſſen ihrer Schwiegermutter be⸗ reits erſchüttert.
Die Taufe des Erben von Rheinfeld wurde prächtig begangen, die Leute im Dorfe tanzten bis Mitternacht, und Raketen ſtiegen zum Himmel auf. Thorilde hatte ſich ſo viele Freude von dieſem Tage verſprochen, und ſtatt deſſen koſtete er ihr nun die Anſtrengung, ihre innere Sorge äußerlich zu beherrſchen; allein die zuſammengezogene Braue zeugte davon. So pft ſie Ludolf allein ſah, kam ſie auf Wien zurück. Ihren Fragen zu entgehen, wich er ihr, wo er konnte, aus.
Auch ihr Schwiegervater trug lange ſchon eine nach⸗ denkliche Miene.„Was habt Ihr?“ fragte ſie oft kopfſchüt⸗ telnd, wenn die Verſtimmung der Anderen ihrem ſtil⸗ len Glücke ſo ſchroff entgegen trat. Eines Tages hörte ſie 15*


