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zu beſänftigen ſucht.„Denke einmal nach! Was kannſt du zu fürchten haben?“
„Das weiß ich nicht,“ ſagte ſie mit vor innerer Bewe⸗ gung zitternder Stimme;„aber mein fliegender Puls, die verdoppelten Schläge meines Herzens ſagen mir, daß eine Gefahr mir drohe.“
„Thorheit! Du fühlſt Dich noch angegriffen! Ich will Dir ein Brauſepulver zurecht machen. Und dann wollen wir nicht weiter davon reden.“
Er eilte in das Haus und holte den ſchäumenden Trank; ſie leerte das Glas in einem Zuge, dann legte ſie die kleine Hand eine Minute lang über die Stirne, und plötzlich beide Arme ſinken laſſend und ſich hoch vor ihm aufrichtend; rief ſie:„Und nun verlange ich dennoch es zu wiſſen.“
„Du biſt thöricht!“ ſagte Ludolf ungeduldig, und eilte von ihr weg. Von den grauſamſten Zweifeln geplagt ſtieg ſie in ihr Zimmer hinauf und kleidete ſich an. Sollte ſie an den Staatsanwalt ſich wenden, an den Geheimrath Ledebuhr ſchreiben?— In beiden Fällen aber traf ihren Gatten der Vorwurf, was er hätte verſchweigen ſollen, ver⸗ rathen zu haben.
Ihre Schwiegermutter lebte, ſeit ihrer Rückkehr ganz in ihren Gemächern, weil, wie ſie ſagte, ihr Zuſtand dieſe Abgeſchiedenheit fordere. Thorilde brachte ihr täglich den Enkel auf eine halbe Stunde hinüber, und genoß der Be⸗
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