Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Dich ſeither ſo ſchwer gedrückt, um Dir ſogar die Freude an Deinem ſüßen Kinde zu verkümmern. Ich verlange, als ſeine Mutter, es zu wiſſen!“

Sie ſprach mit einer Beſtimmtheit, die Ludolf nie an ihr geſehen; verlegen wich er ihrem Blicke aus und erwiederte:„Du hörſt ja, daß ich zu ſchweigen verſprochen habe.“

„So telegraphire ich augenblicklich an meinen Vor⸗ mund nach Berlin!“ rief ſie, und wandte entſchloſſen den Schritt.

„Du wirſt von dorther nichts erfahren. Alles was Du erreichſt, iſt, mich getadelt zu ſehen. Wahrſcheinlich aber iſt Dir auch damit ſchon gedient.“

„Ludolf!“ ſagte ſie, ſtehen bleibend, und ihn mit einem unbeſchreiblichen Blicke meſſend;„ich habe auf den Vorwurf keine Antwort zu geben. Wohl aber kann ich Dir ſagen, daß das Nichtwiſſen mich mehr ängſtigt, als die ſchlimmſte Nachricht.

„Verſprichſt Du mir Niemand zu ſagen, daß ich es Dir mitgetheilt?“ fragte er.

„Hier meine Hand!“ rief ſie betheuernd.

„Gut denn!“ begann er überlegend.„Vetter Kuno veranlaßte den Statsanwalt nach Wien zu kommen.“

„Der?“ fragte ſie verwundernd,„und zu welchem

Zwecke?“