weiter nichts erfahren, als daß Du die Preiſe dort über alle Begriffe hoch gefunden und Dein Vetter in dem Gaſt⸗ hofe für Dich hat gutſagen müſſen. Indeſſen kann doch die Summe ſo groß nicht ſein, um Dich ſo dau⸗ ernd zu verſtimmen. Gerade jetzt möchte ich Dich ſo gern heiter ſehen! Lieber, lieber Mann, giebt es kein Mittel, wirklich keines, um deine Stirne zu glätten?— Soll ich nicht bei meinem Vormunde noch einen Verſuch machen, Geld zu erhalten? Wenn Du mir die Rechnung geben wollteſt, würde ich ſie ihm einſenden, und ihn bitten, um einer ſolchen Kleinigkeit willen mir die Freude an der Gegenwart nicht zu verkümmern. Laß es mich wagen!“
„Du weißt ja gar nicht, wie viel es iſt,“ erwiederte Ludolf mit verfinſterter Miene.
„Ich bin doch auch ſchon in Gaſthöfen geweſen, und habe einen Begriff, was ein Zimmer und ein Mittagseſſen koſtet,“ ſagte ſie ſanft.„In vierzehn Tagen wird die Summe ſo groß nicht geworden ſein, daß Leute in unſern Verhält⸗ niſſen ſich darum einen Tag lang unglücklich fühlen ſollten.“
„Das iſt leicht geſagt!“ rief Ludolf, ohne ſie anzuſe⸗ hen.—„Ich verſichere Dich, daß jeder Verſuch bei Deinem Vormunde ein vergeblicher ſein würde.“
„Woher weißt Du das ſo beſtimmt?“ fragte ſie ver⸗ wundert und halb erſtaunt.
„Weil— Dein Vormund in Wien war, weil ich den Verſuch gemacht habe,“ fuhr Ludolf heraus.
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