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Du in die Stadt fährſt, alle Bücher, die über die Erziehung handeln; denn ich habe mir vorgenommen, bis ſich mir einige Anſichten in dem Punkte gebildet, nur das zu leſen. Welch' ein Glück iſt ein ſolches Kind, Ludolf! Aufjauchzen möchte ich, und rufen: Gott, mein Gott, es iſt zu viel der Wonne! Wenn ich es ſo anſehe, kommen mir die Thrä⸗ nen in die Augen vor lauter Vergnügen über das kleine Weſen. Und wie raſch es ſich entwickelt, Ludolf!— Glaubſt du wohl, daß es mich ſchon kennt? Wenn es nun erſt lacht und weint und Vater und Mutter ruft, wie wird uns da zu Muthe werden?— Ich habe alle Menſchen jetzt ſo lieb, ich bin Allen ſo gut, ſeit ich dieſem da ſo von ganzem Herzen gut bin!— Ich fürchte aber, Ludolf, daß ein Vater doch nicht ſo für ſein Kind empfinden kann, wie eine Mutter!“ fuhr ſie zu ihm aufſehend, und ſeine ſorgenvolle Miene ge⸗ wahrend, fort.„Das thut mir leid für Dich. Ich habe nun auf der Erde keinen Wunſch mehr unerfüllt und möchte auch Dir es gönnen, Dich ſo ganz befriedigt zu fühlen! Ach, Ludolf! Die Welt iſt doch recht, recht ſchön!“
„Wenn man die Taſchen voll Geld hat,“ erwiederte er, ihr ſeine Hand entziehend.
Sie blickte mit dem Ausdrucke der ängſtlichſten Sorge zu ihm empor; fragend ruhte ihr Auge eine Minute lang auf ſeinem Geſichte; dann ſagte ſie:
„Du wollteſt mir immer noch von Wien erzählen, Ludolf. Bis jetzt habe ich von Deiner Reiſe eigentlich


