Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Lippen und küßte ſie mit Zärtlichkeit. Ueber ihr ganzes Weſen hatte ſich ein Hauch von Liebe, Milde und unbeſchreib⸗ lichem Glücke gelegt; denn was ſie je gehofft, geträumt, war ihr durch die neue Empfindung in Erfüllung gegangen; ſie dachte jetzt nur noch mit dem Herzen.

Aus der offen ſtehenden Thüre der Wohngemächer trat Ludolf; die Stirne gerunzelt. Etwas Müdes, Ab⸗ geſpanntes lag auf ſeinem Geſichte. Als er auf Thorilde zuging, ſtreckte ſie ihm die rechte Hand entgegen und zog ihn nahe zu ſich hin.

„Sieh, Ludolf,“ ſagte ſie,„weil Du ſein Vater biſt, muß ich jetzt Dich lieben. Weißt Du wohl, daß Du in einem ganz neuen Verhältniſſe zu mir ſtehſt?“

Er ſeufzte und ſandte das Auge in die Ferne, als ſuche ſeine Sehnſucht dort ein Etwas.

„Du biſt alſo damit einverſtanden, daß wir unſern kleinen Sohn Max nennen?“ ſagte ſie, Ludolf's Hand an ihre Wangen drückend, in ſüßem Geplauder.„Dein lieber Vater ſcheint es zu wünſchen, und der Name gefällt mir auch ganz gut. Wie ſonderbar wird uns zu Muthe ſein, Ludolf, wenn manmorgen unſer Kind tauft. Unſer Kind! Wir ſind Beide noch ſo jung!— Und nun dieſe ſchwere Ver⸗ antwortlichkeit, für das liebe Weſen zu ſorgen, es zu erzie⸗ hen, daß es brav, gut und glücklich werde!— Ich bin noch ſo ſehr unwiſſend in Allem, was ſich auf ſeine Pflege bezieht. Thue mir den Gefallen, lieber Ludolf! und kaufe mir, wenn