Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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heimlicht; man kann eine Sorge auf dem Herzen haben, die man uns, weil wir noch fremd ſtehen, vorenthält. Es ſſt, wie geſagt, ein Etwas hier, das wir noch erfahren ſol⸗ len; allein das braucht uns weiter nicht zu beunruhigen, denn es kann mit Deinem Verhältniße zu Ludolf nichts zu thun haben und das allein iſt für uns von Wichtigkeit. Laß Dich alſo dadurch nicht beunruhigen; denn nichts kann Deinem Gläcke ſtörend ſein, als was Dir durch ihn kommt. Und nun Gottes Segen über Dich, mein theures Kind! Dein guter und ſtarker Wille hat meine letzten Lebens⸗ tage erhellt; dafür muß es Dir immer wohl ergehen, wenn anders der Segen der Eltern den Kindern wirklich Häuſer erbaut.“

„Deine letzten?“ rief Thorilde dazwiſchen.

„Laß Dich das nicht erſchrecken, mein Kind! Solche Todesahnungen ſind oft die Geburt einer kranken Leber, wie der Arzt ſagt. Es mag alſo auch bei mir der Fall ſein. Ob ich nun aber ſterbe, heute, morgen, in zwanzig Jahren, gleichviel: Du haſt die eine große Sorge von meiner Bruſt genommen, Deine Zukunft!— Ich laſſe Dich als Baronin Rheinfeld auf Erden zurück, und ich ſterbe vergnügt.“

„Mutter!“ ſagte Thorilde und legte das Haupt weh⸗ müthig an die Bruſt der ſtolzen Frau,„ob es auch wohl recht iſt, ſo viel Werth auf den Klang eines Namens zu legen? Mir wird oft ganz ängſtlich zu Muthe, wenn ich