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„Behüte! Es darf nicht umgekehrt werden. Auch Ludolf ſah es immer nur von der Rückfeite, und keine kindiſche Neugierde vermochte ihn je es umzukehren.“
„Und der Grund?“
„Er weiß ihn nicht.“
„Oder will ihn nicht ſagen.“
„Nein, nein! Das liegt nicht in Ludolf's Art. Er iſt damit groß geworden und das Gewohnte hat ſeine Neu⸗ gierde dann ſchon nicht mehr gereizt. Was mich aber ver⸗ wundert, iſt ſeine Geſchichte von der Capelle.“
„Welche?“ rief Frau von Gasmund erwartungsvoll
„Es ſoll nämlich, wenn ein Erbe der Rheinfeld ſich dort tranen läßt, aus der Gruft hervor ein Amen eiſchallen, wenn ſeine Vorfahren die Wahl billigen, und wenn nicht, ſo zieht ein Seufzer durch die Kirche, und verſpricht Unheil.“ „Welch ein Ammenmährchen!“ ſagte Frau von Gas⸗ mund kopfſchüttelnd.„Solche Geſchichten erzählt man ſich in jedem alten Schloſſe! Am Ende wird man auch noch hier umgehende Geſpenſter vorräthig haben! Es iſt wie mit der weißen Dame im Schloße zu Berlin. Dynaſtien neh⸗ men gerne an, daß die unſichtbaren Mächte ſich an ihrem Fortbeſtehen betheiligen, und bald warnend, bald zürnend ſich einmiſchen; ſie halten ihre Wichtigkeit im großen Buche der Weltgeſchichte für gewiß, ihr Verkehr mit der Gei⸗ ſterwelt iſt eine Ausgeburt ihres Familienſtolzes. Ich


