Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Sie konnte nicht weiter ſprechen; denn Madame Latvur, welche Thorilden nur halbe Aufmerkſamkeit ſchenkte, richtete das lauernde, halbverſchleierte Auge zu ihr hin⸗ über, und als ſie ſah, daß ſie heimlich mit Frau von Gas⸗ mund ſprach, ſtand ſie auf und bot ihr eine Speiſe. Von da an ließ ſie ſich auf keine Unterhaltung mit Thorilden wieder ein; ſie ſchien am Theetiſche fortwährend beſchäf⸗ tigt zu ſein, den Blick auf ihre Gebieterin.

Frau von Gasmund erhob ſich gleich darauf und bat, Ermüdung vorſchützend, ſich zurückziehen zu dürfen;

denn es war ihr ſo unheimlich in der Nähe dieſer ſelt⸗

ſamen Frau zu Muthe geworden, daß ſie der peinlichen Empfindung ein Ende machen mußte.

Der Baron ſchien durchaus nicht mißvergnügt dar⸗ über, den kleinen Kreis ſich auflöſen zu ſehen; Ludolf begleitete die Damen in ihre Zimmer und ſprang froh⸗ lockend auf die Terraſſe hinaus; denn theils freute es ihn, ſeinem Vater den Flügel für Thorilde abgerungen zu haben, und er jubelte darüber, wie wenn er eine Schlacht gewonnen hätte; theils auch war er froh, der ihn pei⸗ nigenden Gegenwart ſeiner Mutter ledig zu ſein.„Mor⸗ gen das Pferd, übermorgen der Flügel!“ ſagte er, ſich verabſchiedend, wie im Triumphe.„Thue mir dafür auch den Gefallen, recht früh aufzuſtehen! damit wir, bevor es zu heiß wird, ausreiten können.“ Sie verſprach Alles, dankbar, daß er ſo ſorgend für ſie bemüht war.„Ludolf 3*